Organspende in Bayern und Deutschland
Organspende
Während die Organspendezahlen 2025 bundesweit auf den höchsten Stand seit 2012 stiegen, ging die Zahl in Bayern – nach einem spendenstarken Jahr 2024 mit einer Zunahme um 25 Prozent – leicht zurück. Allerdings gilt regional und deutschlandweit: Es besteht weiterhin ein großer Bedarf an Spenderorganen.
Im Jahr 2025 haben insgesamt 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe für die Transplantation gespendet, 2024 waren es 953. Trotzdem nimmt Deutschland mit 11,8 Spenderinnen und Spendern pro Million Einwohner im internationalen Vergleich auch im vergangenen Jahr weiterhin einen der hinteren Plätze ein. Die Summe der in Deutschland postmortal entnommenen Organe, die über die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant nach festgelegten medizinischen Kriterien verteilt und schließlich hierzulande oder im Ausland transplantiert werden konnten, lag bei 3.020 (2024: 2.855). Die Zahl der organspendebezogenen Kontakte ist von 3.482 auf 3.524 gestiegen. Dies sind die Fälle, in denen sich die Kliniken an die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) gewendet haben, um über eine mögliche Organspende zu sprechen. In den 43 deutschen Transplantationszentren wurden insgesamt 3.256 Organe nach postmortaler Spende aus Deutschland und dem Eurotransplant-Verbund übertragen (2024: 3.013). Damit wurde bundesweit insgesamt 3.150 schwer kranken Patientinnen und Patienten durch ein oder mehrere Organe eine bessere Lebensqualität oder sogar ein Weiterleben geschenkt (2024: 2.930). Gleichzeitig standen in Deutschland Ende Dezember 2025 8.199 Menschen als transplantabel gemeldet auf den Wartelisten für eine Organübertragung.
Entwicklung in Bayern
Entgegen dem bundesweiten Trend sank im vergangenen Jahr in Bayern die Zahl der Organspenderinnen und -spender auf 143. Damit nahm auch die Zahl der gespendeten Organe ab: von 497 im Jahr 2024 auf 454 im vergangenen Jahr. Der Rückgang macht sich auch bei den Spendern pro eine Million Einwohnern bemerkbar, Bayern liegt im vergangenen Jahr mit 10,8 unter dem Bundesdurchschnitt von 11,8.
Grafik1: Abbildung 1: Postmortale Organspender in Deutschland (2016 bis 2025)
Die Gründe dafür sind nicht immer ersichtlich, zumal es auch innerhalb eines Jahres oft zu Schwankungen kommen kann. Aber auch wenn im Freistaat nicht an das gute Ergebnis des Jahres 2024 angeknüpft werden konnte, ist die Zahl der Organspender im vergangenen Jahr die zweitbeste seit 13 Jahren und liegt damit weit über dem Niveau der Vorjahre. Dies ist unter anderem das Ergebnis der vielen engagierten Partner bei der Organspende: So wirbt das Bündnis Organspende Bayern mit rund 70 Mitgliedern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seit zehn Jahren für Organspende und das bayerische Gesundheitsministerium unterstützt seit über 20 Jahren das Projekt „Schulklassen in die Transplantationszentren“ am Klinikum Großhadern, dieses Projekt wird auch am Uniklinikum Erlangen gefördert. Zudem gibt es weitere Aufklärungskampagnen für junge Menschen in Bayern wie die Schülerseminare an der Universität Erlangen-Nürnberg und das Projekt „Leben 2.0 on tour“. Bei all diesen Kooperationen ist auch die DSO unterstützend involviert.
Grafik2: Abbildung 2: Postmortal gespendete Organe in Deutschland (2016 bis 2025)
Hervorzuheben ist auch die enge Zusammenarbeit zwischen den Entnahmekrankenhäusern, Transplantationszentren und der DSO. Insbesondere die Regionalkonferenzen, die seit 2024 in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) und der Bayerischen Krankenhausgesellschaft in den verschiedenen Regierungsbezirken veranstaltet werden, tragen zu einem verbesserten Austausch untereinander bei. Federführend von den bayerischen Transplantationszentren und der DSO ausgerichtet, dienen sie dem Wissenstransfer von Experten aus der Transplantationsmedizin zu den Transplantationsbeauftragten und interessierten Intensivmedizinern der Entnahmekrankenhäuser.
Leicht gestiegen ist in Bayern die Zahl der transplantierten Organe (von 509 im Jahr 2024 auf 525 im Jahr 2025), die zuvor bundesweit oder im Ausland entnommen wurden. Dass überhaupt so viele Transplantationen stattfinden konnten, auch bundesweit, lag erneut an Deutschlands Rolle als Importland: Wir erhalten mehr Organe aus dem Eurotransplant-Verbund, als wir abgeben.

Grafik 3:Abbildung 3: Postmortale Organspender in Bayern (2016 bis 2025)
Ausführlichere Daten, auch zur Situation in Bayern, sind im aktuellen DSO-Jahresbericht „Organspende und Transplantation in Deutschland 2025“ dargestellt. Infos zum Bestellvorgang sowie zum Download finden sich online unter: www.dso.de/organspende/statistiken-berichte/Jahresbericht
Grafik4: Abbildung 4: Postmortal gespendete Organe in der Region Bayern (2016 bis 2025) In der Region Bayern entnommen und bundesweit sowie im Ausland transplantiert
Ausblick
In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres gab es bundesweit 368 postmortale Organspender (Stand: 3. Juni), im Vergleichszeitraum 2024 waren es 341. In Bayern scheint sich die Situation der Organspende zu erholen: Bislang wurden bis April 53 postmortale Spender verzeichnet (2024: 51).
Dabei können neue Verfahren wie die Maschinenperfusion helfen, mehr Organe für eine Transplantation zur Verfügung zu stellen. Am häufigsten werden in Deutschland Nieren transplantiert, fast die Hälfte aller Organtransplantationen entfallen auf dieses Organ, zugleich warteten Ende 2025 6.237 Patienten auf eine Spenderniere, in Bayern waren es 833. Transplantiert wurden nach postmortaler Spende bundesweit 1.594, in Bayern 247 Nieren.
Angesichts dieses hohen Bedarfs kommt der optimalen Nutzung verfügbarer Spendernieren besondere Bedeutung zu. Seit dem 19. Januar sieht die überarbeitete Richtlinie der Bundesärztekammer zur Nierentransplantation den grundsätzlichen Einsatz der Maschinenperfusion bei Nieren von Spendern mit erweiterten Spenderkriterien vor, das heißt Nieren von Spendern über 60 Jahren sowie von 50- bis 59-Jährigen, wenn mindestens zwei zusätzliche Risikofaktoren vorliegen. Dazu zählen eine zerebrovaskuläre Todesursache wie ein Schlaganfall, bestehender Bluthochdruck oder ein erhöhter Kreatininwert im Blut. Das Verfahren ermöglicht eine schonendere Konservierung von Spendernieren und erhöht damit die Chancen, dass mehr Organe erfolgreich transplantiert werden können. Für die Maschinenperfusion der Niere in Deutschland kommt der LifePort® Kidney Transporter (LKT) der Firma Organ Recovery Systems (ORS) zum Einsatz.
Abbildung5: Der LifePort® Kidney Transporter (LKT)
Termine
Alle Veranstaltungen der DSO-Region Bayern finden Sie auf der Website der DSO unter: www.dso.de/organspende/news-veranstaltungen?region=Bayern
Da insbesondere das Fachsymposium „Organspende in der Pädiatrie“ auf dem LMU Campus Großhadern auf eine große Resonanz stößt, wird diese Veranstaltung in diesem Jahr zum mittlerweile dritten Mal am 22. Juli für alle Transplantationsbeauftragten und intensivmedizinisch engagierten Pädiater angeboten. Jeder kindliche Organspender sollte frühestmöglich erkannt und die Eltern einfühlsam auf die Frage nach einer Organspende vorbereitet werden. Deswegen richtet sich dieses Angebot explizit auch an Pflegende und den sozialpsychologischen Dienst der Kinder-Abteilungen.
Autorinnen
Dr. Jutta Weiss
Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region Bayern
Dr. Dorothee Seidel
Ärztliche Koordinatorin, Organisationszentrale, Lena-Christ-Str. 44, 82152 Martinsried (München)
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